21. SYMPOSION FRÜHFÖRDERUNG 2021 – Übergänge – Das Programm

Schirmherr
Hubertus Heil

Das Programm // Samstag, 20. März 2021

09.00 – 09.15

Eröffnung zum 21. Symposion Frühförderung 2021

09.15 – 10.00

ERÖFFNUNGSVORTRAG Aufbau transitorischer Räume in der frühen Kindheit als Präventionsmassnahme (Prof. Dr. Andrea Lanfranchi; Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Zürich)

10:15 – 10:30

Vorstellungsrunde der Referent/Innen

10:30 – 12:00

DISKUSSIONSFORUM ”Übergänge als Wendepunkt“

A1 // Early Literacy als Ansatz zur Unterstützung und Vorbereitung des Übergangs in schulische Lesesituationen für alle Kinder

Referentin: Anke Groß-Kunkel

Der Ansatz einer sozialen Literacy hat in den letzten Jahren im Ele-mentarbereich einen höheren Stellenwert bekommen (Nickel 2019). Die von Barton und Hamilton entwickelte „Social Literacy Theory“ (2005) stellt dabei den Umgang mit Texten als soziale Praktik in den Mittelpunkt und rückt kulturelle Begleitphänomene der gemeinsamen Beschäftigung mit Literatur in den Fokus.

Sie hat dadurch das Potenzial, ein auf Fähigkeiten abstellendes Verständnis des Lesens von Kindern (mit Behinderung) zu überwinden. Damit kann allen Kindern bereits vor Schuleintritt Literaturteilhabe ermöglicht werden, um somit den Übergang in schulische Lesesituationen zu gestalten. Der Vortrag führt in den Ansatz ein und erörtert, wie alle Kinder an sozialen Literacy-Ereignissen teilhaben können.

A2 // Rollenverteilung und Partnerschaftsqualität von Eltern mit chronisch erkrankten oder beeinträchtigten Kindern

Referentinnen: Ulrike Lux, Laura Castiglioni

Kinder mit chronischen Krankheiten oder Beeinträchtigungen stellen erhöhte Anforderungen an familiäre Fürsorge und Rollenverteilung zwischen den Eltern. Die Diagnose kann zu einem Wendepunkt in der Familie und einer Herausforderung für die elterliche Paarbeziehung werden. In unserem Fachvortrag stellen wir die zentralen Herausforderungen an Eltern heraus, die chronisch erkrankte und beeinträchtigte Kinder versorgen.

Anhand der Ergebnisse einer repräsentativen Befragung diskutieren wir die Bedeutung einer belasteten elterlichen Partnerschaft für die Bewältigung dieses bedeutsamen Übergangs.

A3 // Mit Medien der Unterstützten Kommunikation Übergänge gestalten

Referentin: Andrea Karus

Familien, deren Kind eine komplexe Behinderung mit Kommunikationseinschränkungen hat, reagieren auf Übergänge oft verunsichert und fragen sich „Werden die Bedürfnisse meines Kindes richtig wahrgenommen?“ Unterstützte Kommunikation versucht, diesen Kindern eine Stimme zu geben und deren ganz persönliches Profil herauszuarbeiten. Übergabebögen, Ich-Bücher, Foto- und Symbolmappen, analog oder digital auf der elektronischen Kommunikationshilfe, erleichtern den Wechsel in ein neues Umfeld und garantieren mehr Kontinuität.

Der Workshop zeigt viele Materialbeispiele, Anleitungen zur Umsetzung und bietet Raum für Fragen und Austausch.

A4 //Sensomotorische Übergänge

Referentin: Christiane Seiler

Entwicklungsverzögerte Kinder mit Syndromen und Muskelhypotonie lassen Zwischenschritte aus, die ihnen dann zur Mobilität und Partizipation fehlen. Das Fehlen dieser nuancierten sensomotorischen Bewegungsübergänge verhindert oftmals die Selbstständigkeit, zum Beispiel beim An- und Ausziehen, bei der Körperpflege, beim Nutzen von Spiel- und Turngeräten.

Auch im sozialen Kontext verhindern die vermissten sensomotorischen Übergänge Flexibilität und Mobilität. Solche Kinder vermeiden Bewegungen, verändern nicht ihre Körperposition, bleiben zu lange sitzen und agieren zu langsam im integrativen Gruppenablauf. Vermeidendes Verhalten kann viele Facetten haben. Bei Kindern mit Muskelhypotonie ist es überwiegend auf ihre unsicheren sensomotorischen Übergänge zurückzuführen.

Der Workshop fokussiert die Sensomotorik als Basis zu selbstwirksamen Handeln. Möglichkeiten werden aufgezeigt, wie man die vermiedenen Bewegungsübergänge initiieren kann, mit einfachen Mitteln – in der Gruppe oder im Einzelsetting.

A5 //Veränderungsprozesse in Familien

Referentin: Annette Linnè-Genth

Lebenskrisen und die damit verbundenen Veränderungen sind immer eingebettet in vielfältige Prozesse. Tabuisierung und Bagatellisierung sind häufig angewendete Bewältigungsstrategien um die belastende Situation unter Kontrolle zu halten und anhaltende Sprachlosigkeit oft die Folge.

Das Ziel ist dann wieder in Kontakt zu kommen und Lösungsoptionen auszuhandeln. Kinder fördern heißt für Frühförder- innen mit Eltern und weiteren Fachkräften zu kooperieren und gemeinsam „Übergänge“ zu gestalten.

A6 //Übergänge in der Frühförderung systemisch begleiten: Kultursensible Haltungen und systemische Arbeitsweisen

Referentin: Cornelia Tsirigotis

Wie können wir Familien bei ihren Wendepunkten und Übergängen kompetent begleiten und ihre Selbstgestaltungskräfte stärken?

Vor welchen Herausforderungen stehen wir im Umgang mit Migration und Flucht? Im ersten Teil des Workshops richten wir den Blick auf die eigenen professionellen Haltungen wie Kultursensibilität, Neutralität und Allparteilichkeit, KlientInnenorientierung.

Im zweiten Teil beschäf- tigen wir uns mit passgenauen systemischen Arbeitsformen: Auftrags- klärung und informierte Zustimmung, systemische Frageformen, die Gestaltung von Übergängen als Empowermentprozess.

A7 Frühe Diagnose Schwerhörigkeit – Übergänge in die „Welt des Hörens” für Eltern, Kind und Geschwister

Referentin: Jana Güttel

Wenn Eltern die Diagnose „Schwerhörigkeit“ für ihr Kind erhalten, muss sich der Alltag der gesamten Familie ändern, um die Hörfähig- keit des Kindes entwickeln zu können. Das Ziel, das Kind lautsprachlich aufwachsen zu lassen, lässt sich besser erreichen, wenn der Familie möglichst früh ein interdisziplinär arbeitendes Team an Fachleuten zur Seite steht, damit die Übergänge in die „Welt des Hörens“ gut gelingen können. Bei einer hochgradigen Hörstörung steht ggf. zusätzlich die Entscheidung an, ob das Kind mit einem Cochlea Implantat (CI) besser versorgt ist als mit Hörgeräten.

A8 // Einführung in Traumadynamiken mit Hilfe von EGO State-Modellen

Referentin: Katharina Kautzsch

Der Workshop richtet sich an alle Interessierten zum Thema „Arbeit mit möglicherweise traumatisierten Familiensystemen“, möglicherweise deshalb, weil „traumatisiert“ eine Hypothese ist und bleiben wird. Es soll darum gehen, wie mögliches traumaausgelöstes Handeln im System anhand von Beziehungsgestaltung, Interaktionen und kindlichen Symptomen wahrgenommen und Übergänge hinein in sicherndes und stabilisierendes Handeln unterstützt und begleitet werden können.
Dabei soll in als Konzept der EGO-States als hilfreiche und allparteiliche Betrachtungs- und Arbeitsmöglichkeit eingeführt und gemeinsam mit den Workshop*teilnehmerinnen auf seine Anwendungsmöglichkeiten im Rahmen von Frühförderung und in der multiprofessionellen Zusammenarbeit untersucht werden.

A9 // Zwischen Anerkennung und Zuschreibung – am Beispiel des Umgangs mit kindlichem Erstsprachgebrauch nach Eintritt in die erste Bildungsinstitution

Referentin: Simone Kannengieser

Nach wie vor erfahren Kinder beim Übergang in die Bildungsinstitutionen, in denen die Umgebungssprache dominant gesetzt wird, eine explizite oder implizite Abwertung ihrer Mehrsprachigkeit. Häufig mag hier sogar die gute Absicht der Unterstützung des Übergangs in die mehrheitssprachliche Kommunikation leitend sein.

Für Kinder wie ihre Eltern werden aber letztlich inferiorisierende Aussagen transportiert, die Auswirkungen auf Selbstbilder und Sprachenbiographien haben. Im Vortrag werden anhand dieses Beispiels Grundfragen von pädagogischer Beziehung und Haltung reflektiert.

A10 // Übergänge von „normaler Entwicklung“ zu Abweichungen – wer bestimmt das und wie gehen wir damit um?

Referentin: Eva Klein

„Als Katharina ganz klein war, hatte ich das Gefühl, außer uns gäbe es keine Eltern mit entwicklungsverzögerten oder gar behinderten Kindern“ (aus: berührt. Alltagsgeschichten von Familien mit behin- derten Kindern. 2006, 9).
Ein Kind zu erwarten und zu bekommen ist an sich bereits ein ganz besonderer Übergang. Was aber passiert, wenn es anders kommt als erhofft? Wenn nach der Geburt eine Beeinträchtigung festgestellt wird oder sich in der frühen Kindheit Anzeichen für Auffälligkeiten in der Entwicklung ergeben?

„Es ist normal verschieden zu sein“ heißt es im Kontext von Inklusion. Doch was bedeutet das für Kinder, die sich in Entwicklung befinden? Übergänge von „normaler Entwicklung“ zu Auffälligkeiten und Abwei- chungen werden heute von den kinder- und jugendärztlichen Früh- erkennungsuntersuchungen über Screenings im Bereich der frühen Bildung bis zu psychologischen Testungen vielfältig untersucht.

Ziel ist ein frühes Erkennen, um schnellstmöglich Hilfen und Unte stützung zur Verfügung zu stellen.
Was Kinder und ihre Familien von diesen Entwicklungen haben und was davon kritisch zu betrachten ist, soll im Workshop unter folgenden Aspekten vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden:
Wie haben sich Normalitätsvorstellungen und Normen entwickelt? Welche Normvorstellungen liegen Instrumenten der Beobachtung zugrunde?
Welche Normalitätsvorstellungen prägen die Fachkräfte im Bereich der frühen Kindheit und welche Auswirkungen hat dies für den Blick auf ein Kind?
Zu welchem Zweck definieren wir Abweichungen/Störungen/ Verzögerungen?
Und wie passt das Konzept der Inklusion zu diesen Betrachtungen?

A 11 // Begleitung von Kindern mit Fluchtgeschichte – Erfordernisse und Bedarfe

Referentin: Ramona Thümmler

Flucht und Migration stellen für eine Familie ein einschneidendes Ereignis dar und bringen diverse Herausforderungen mit sich. Im Workshop werden aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema Flucht und kindliche Entwicklung sowie zur psychosozialen Situation der Familien vorgestellt. Eigene Studien zur Arbeit von Fachkräften werden referiert.

Anhand der Ansicht von Materialien und kurzen Fallvorstellungen der Teilnehmer*innen und deren Analyse werden pädagogische Anknüpfungspunkte vor dem Hintergrund der eigenen Position als Fachkraft für die Begleitung des Kindes und der Familie abgeleitet.

A 12 // Modellprojekt Inklusive Kita – Chancengleichheit von Anfang an

Referent: Heiko Frost

Im Modellversuch Inklusive Kita haben sich die beteiligten Akteure gemeinsam auf den Weg begeben, um zur Gestaltung von inklusiven Angeboten in der frühkindlichen Bildung beizutragen. Inklusion soll dort ihren Platz haben, wo altersgerechte Betreuung stattfindet – denn das bedeutet Teilhabe.

Der Modellversuch Inklusive Kita verkörpert einen Paradigmenwechsel in der Kinderbetreuung und bildet den Übergang vom Regelbetrieben in Kindertagesstätten zu Inklusiven Kitas ab. Übergänge stehen für Phasen, in denen Gewohntes verlassen wird. Kindertagesstätten, Kostenträger, Familien und Kinder haben sich beim Modellversuch auf den inklusiven Weg begeben ihr gewohntes Umfeld zu verlassen.

Das erfolgreiche Modellprojekt zeigt, wie Individualleistungen festgestellt, alltagsorientiert implementiert und gebündelt werden können. Dabei zeigt der Modellversuch, wie eine Harmonisierung der Ansprüche von Familien, Einrichtungen und Kostenträgern gelingt und Übergänge gemeinsam wirkungsvoll gestaltet werden können.

12:30 – 12:45

Vorstellungsrunde der Referent/Innen

12:45 – 14:15

DISKUSSIONSFORUM
”Übergänge professionell gestalten: multi-, inter- und transprofessionelle Zusammenarbeit“

B1 // Übergänge unter Berücksichtigung von Maßnahmen der unterstützten Kommunikation systematisch planen durch ICF-Orientierung und Fähigkeitskontinuum

Referent/Innen: Tobias Bernasconi, Stefanie K. Sachse, Jens Boenisch

UK-Interventionen zielen auf gelingende Alltagskommunikation. Es geht somit um die Entwicklung der kommunikativen Kompetenz, die in ganz bestimmten Situationen und bei ausgewählten Aktivitäten eingesetzt wird (z.B. ein Buch mit anschauen, von der Schule berichten, sich mit Gleichaltrigen streiten). Die gelingende Alltagskommunikation ermöglicht soziale Teilhabe und zielt auf kommunikative Selbstständikgeit.

Alle drei Aspekte zeigen uns, wie erfolgreich unsere bisherigen Interventionsbemühungen sind. Diese zunehmende kommunikative Selbstständigkeit wird im sog. Fähigkeitskontinuum (Dowden 1999, Blackstone/Hunt-Berg 2003) abgebildet. Das Fähigkeitskontinuum kann zugleich als Folie für eine systematische Förderplanung auf Basis der ICF.

Bei der Gestaltung von Übergängen spielen die systematische Planung und die Überprüfung der pädagogisch-therapeutischen Interventionsarbeit eine wichtige Rolle, damit es nicht zu Abbrüchen im Kontext der UK-Förderung kommt.

Im Vortrag wird gezeigt, wie auf Grundlage der genannten Modelle konkrete und individuell bedeutsame Ziele festgelegt und auch über Transitionsprozesse hinweg verfolgt werden können.

B2 // Von der Theorie zur Praxis – Übergänge in der Qualifikation von Fachkräften: Ergebnisse einer Evaluationsstudie zu Transferprozessen zwischen Theorie und Praxis in der Frühförderung

Referentinnen: Marianne Irmler, Lena Rosenkranz

Aus der Frühpädagogik ist eine Transferlücke von der Theorie zur Praxis nach einer abgeschlossenen Qualifikation bekannt (Fröhlich- Gildhoff et al. 2011). Daher muss sich die Qualität einer Weiterbildung an dem Gelingen von Übergängen zwischen erworbenem Wissen und beruflicher Praxis messen.

In diesem Workshop werden ausgewählte Ergebnisse zu Transferprozessen zwischen Theorie und Praxis aus einer Evaluationsstudie im Rahmen einer heilpädagogischen Zusatzqualifikation vorgestellt. Im Fokus stehen Beispiele von Veränderungen in der Einstellung zu Inklusion und in beruflichen Alltagshandlungen.

B3 // Die Seh-Lotsen-Sprechstunde – individuelle Übergangsgestaltung durch inter- und transprofessionelle Zusammenarbeit

Referent/Innen: Verena Kerkmann, Nina Gawehn, Dominik T. Schneider

Es werden dringend Fachkräfte im Kontext Sozialpädiatrie benötigt, die den Überblick bei der Angebotsvielfalt von Diagnostik, Beratung und Unterstützung bei (bislang unentdeckten) Sehbeeinträchtigungen behalten und die Teilhabe und Lebensqualität der Familien in den Mittelpunkt stellen.

Im Vortrag werden anhand von Fallbeispielen Beratungsstrategien der rehabilitationswissenschaftlich geprägten Seh-Lotsen-Sprechstunde in der Dortmunder Entwicklungsneuropsychologischen Ambulanz (ENPA) veranschaulicht und Impulse für Erfolgsstrategien von Vernetzung und Gestaltung von Übergängen gegeben.

B4 // Pragmatisch-kommunikative Kompetenzen von Kindern am Übergang von Kita zur Grundschule – Erwartungen von Fachkräften

Referent: Markus Spreer

Am Übergang von der Kita in die Schule verändern sich die sprachlichen Anforderungen an Kinder. Hierzu gehört auch die adäquate Verwendung von Sprache in verschiedenen Kontexten (u.a. gezielt Fragen stellen, zusammenhängend erzählen). Doch über welche kommunikativ-pragmatischen Fähigkeiten sollten Kindern am Übergang in die Grundschule verfügen? Dies ist gerade vor dem Hintergrund der Bedeutung von Kommunikation für die soziale Teilhabe hoch relevant.

Erhebungen zu Erwartungen unterschiedlicher Fachkräfte aus dem Elementar- und Primarbereich zeigen ein differenziertes Bild.

B5 // Übergänge von der Frühförderung in die schulische Primärstufe bei Kindern mit Hörschädigung – eine Untersuchung über Wünsche, Erwartungen und Sorgen aus der Perspektive der Eltern

Referent/Innen: Karolin Schäfer, Vanessa Hoffmann, Manfred Hintermair

Es werden dringend Fachkräfte im Kontext Sozialpädiatrie benötigt, die den Überblick bei der Angebotsvielfalt von Diagnostik, Beratung und Unterstützung bei (bislang unentdeckten) Sehbeeinträchtigungen behalten und die Teilhabe und Lebensqualität der Familien in den Mittelpunkt stellen.

Im Vortrag werden anhand von Fallbeispielen Beratungsstrategien der rehabilitationswissenschaftlich geprägten Seh-Lotsen-Sprechstunde in der Dortmunder Entwicklungsneuropsychologischen Ambulanz (ENPA) veranschaulicht und Impulse für Erfolgsstrategien von Vernetzung und Gestaltung von Übergängen gegeben.

B6 // Kinder ohne ausreichende Lautsprache bei institutionellen Übergängen qualitätsgesichert begleiten

Referentin: Barbara Giel

Für Kinder und Eltern sind Übergänge meist eine aufregende Zeit. Bei Kindern, die jedoch nicht oder stark unverständlich sprechen, haben es alle Beteiligten besonders schwer, da diese Kinder sich sprachlich nicht mitteilen können. Eine eingeschränkte Lautsprache ist häufig mit weiteren Einschränkungen (kognitiv, motorisch, etc.) vergesellschaftet und das neue System (Kita, Schule) benötigt viele Informationen von dem vorherigen System (Frühförderung, Therapie, …), um die Kinder dort abzuholen, wo sie sind.

Am Beispiel der Moderierten Runden Tische (MoRTi) aus dem Zentrum für UK in Moers (ZUK) wird praxisnah aufgezeigt, wie alle Beteiligten sich systematisch (ICF-Y orientiert) austauschen können, damit der Start in der neuen Institution gut gelingen kann.

B7 // Teilhabestörungen bei Kindern in der Frühförderung (Säugling, Kleinkind, Vorschulkind) aus (inter-) disziplinärer Sicht

Referent: Andreas Seidel

In einer bundesweiten Studie wurden 40 Fachkräfte aus der Interdisziplinären Frühförderung (Ergotherapie, Früh- und Heilpädagogik, Logopädie, Medizin, Physiotherapie, Psychologie) zu Beeinträchtigungen in den neun Lebensbereichen befragt.

Die Ergebnisse werden mit dem Fokus auf (inter-)disziplinäre Sichtweisen sowie die Unterschiede dieser Beeinträchtigungen in Abhängigkeit vom Lebensalter (Übergänge der Entwicklungsstufen) vorgestellt. Die Befunde dieser Studie sollen im Workshop in (inter-)disziplinären Kleingruppen vor dem Hintergrund der eigenen Berufspraxis diskutiert werden.

B8 // Transitionsprozesse in der Unterstützten Kommunikation

Referentin: Nadja Melina Burgio

In einer bundesweiten Studie wurden 40 Fachkräfte aus der Interdisziplinären Frühförderung (Ergotherapie, Früh- und Heilpädagogik, Logopädie, Medizin, Physiotherapie, Psychologie) zu Beeinträchtigungen in den neun Lebensbereichen befragt.

Die Ergebnisse werden mit dem Fokus auf (inter-)disziplinäre Sichtweisen sowie die Unterschiede dieser Beeinträchtigungen in Abhängigkeit vom Lebensalter (Übergänge der Entwicklungsstufen) vorgestellt. Die Befunde dieser Studie sollen im Workshop in (inter-)disziplinären Kleingruppen vor dem Hintergrund der eigenen Berufspraxis diskutiert werden.

B9 // Muss ich mich denn um alles kümmern? … VORTRÄGE Hilfsmittel an der Schnittstelle zwischen Pädagogik und Therapie

Referentin: Andrea Espei

Am Beispiel der Hilfsmittelversorgung lässt der Anspruch an transprofessionelle Zusammenarbeit in der Interdisziplinären Frühförderung sehr konkret darstellen. So sind die Belange der Physiotherapeutin beim Stehtraining genauso relevant wie die der Erzieherin und des Kindes selbst.

Die Auswahlkriterien haben sich in den letzten Jahren verändert – der Teilhabeaspekt hat deutlich – und zu recht – an Bedeutung gewonnen. Ansprüche müssen gemeinsam formuliert werden und die Produktauswahl dementsprechend erfolgen.

Die ICF und das bio-psycho-soziale Modell eignen sich gut, um diese Zusammenarbeit zu strukturieren. Im Workshop werden anhand von Fallbeipielen der Auswahl von Stehtrainern, Orthesen, Therapiestühlen, etc. beleuchtet und der Prozess des Clinical Reasoning vom Formulieren des Bedarfs bis zur Anwendung des HM im Alltag dargestellt und diskutiert. Die TN haben nach dem WS einen Einblick in die rechtlichen Grundlagen der Hilfsmittelversorgung, kennen die ICF als Rahmenkonzept der inklusiven HMV, suchen nach Produktdetails,
die über den Einsatz im inklusiven Alltag entscheiden.

B10 // Bindungsstile bei FrühförderInnen und ihre Auswirkung auf die Arbeitsbeziehung

Referent: Alexander Trost

Kooperationsfähigkeit ist eine menschliche Errungenschaft, die durch unsichere innere Arbeitsmodelle beeinträchtigt werden kann. Auch in der Frühförderung ist die Kooperation mit den Klientenfamilien, im eigenen Team und in interdisziplinären Kontext für eine erfolgreiche Behandlung essenziell. Der Autor hat mittlerweile mehr als 1500 Angehörige psychosozialer Berufe auf ihren Bindungsstil hin untersucht, zuletzt auch eine Erhebung im Bereich der Frühförderung durchgeführt.

Im Vortrag werden die Ergebnisse referiert, miteinander verglichen und Konsequenzen für die Praxis, Aus- und Weiterbildung in der Frühförderung vorgeschlagen.

14:30 – 14:45

Vorstellungsrunde der Referent/Innen

14:45 – 16:15

DISKUSSIONSFORUM ”Transition – international point of view“

C1 // Transition from Preschool to School for Children with Intellectual Disability

Referentin: Jenny Wilder 

Children with ID often need individual adaptations in pedagogical settings both concerning learning, e. g. communication aids and adapted material, and care, e.g. extra support in everyday activities and medical supervision. Knowledge is needed about how to build on these children’s learning in transition from preschool to school. The transitions of eight children with ID were followed during one year as a multiple case study. Parents and teachers of each child were interviewed at three time points during the year. The analysis of the 47 interviews were inspired by interpretative phenomenological analysis (IPA). The master themes ‘Organising for Child Well-being’, ‘Adapting Strategies for Learning’, and ‘Processing Time’ constituted how parents and teachers perceived and responded to the children’s learning. The teachers had different perceptions of the children’s learning and also of the goals of the educational setting.

Collaboration between parents and teachers across settings is imperative for a continuity in learning and for creating positive learning situations for children with ID. By specifically focusing on the dynamics of a child’s learning in contexts over time knowledge is gained about what builds up a child’s learning journey.

C2 // Lost in transitions

Referentin: Ena Heimdahl

Transitions in a child’s life are important events. Something ends and something else begins.

This is the case for every child. Children with severe mental retardation experience a more complex process. It demands planning, transfer of knowledge for instance from home to childcare, building new and good relations, finding ways to support and strategies to prevent the child’s biography from being fragmentated. The new system receives a child with a story, and not with a tabula rasa.

Capacity-building skills of a family can be challenged during the transitions the child experiences. In this lecture, we shall present some methods which can safeguard the transitions so that the child and the caregivers do not get lost.

C3 // The system of early intervention in transition

Referentin: Snezana Ilic

ECI Model for Serbia
Early Childhood Intervention (ECI) services help ensure fulfilment of internationally mandated rights, strengthen inclusive societies, and support children and families. ECI, as a system of professional services for young children with special needs and with different environmental or biological risks, from birth to three or five years of age, is offering an effective interdisciplinary response determined by the family’s priorities and the child’s needs and typically delivered in the child’s natural environments.

Multiple studies have demonstrated that ECI services are highly effective in improving child development, preventing the occurrence of developmental delays and improving parenting skills and knowledge. Since there was no data based ECI system in place in Serbia, OSF UK and UNICEF Serbia, in partnership with national partners, supported the ECI situation analysis (SA) with the aim to explore the feasibility of a national ECI system development.

The analysis focused on opportunities and barriers to implementation and sought to identify pockets of emerging best practice within the country. At the recent moment partners are providing support in five locations from pilot ECI Model specifically tailored for Serbia, relaying to existed systemic mechanisms and capacities, including all needed improvements in regulation, knowledge and practices among professionals and caregivers as well.

Das Programm // Sonntag, 21. März 2021

09.00 – 09.15

BEGRÜSSUNG zum 21. Symposion Frühförderung 2021

09.15 – 10.00

ERÖFFNUNGSVORTRAG Übergänge professionell gestalten
(Prof. Dr. Kerstin Ziemen, Prof. Dr. Charlotte Hanisch; Universität zu Köln)

10:15 – 10:30

Vorstellungsrunde der Referent/Innen

10:30 – 12:00

DISKUSSIONSFORUM “Übergänge zwischen Institutionen und Hilfesystemen gewinnbringend nutzen”

D1 // Die Harl.e.kin-Nachsorge – Begleitung im frühen Übergang

Referentinnen: Bettina Achhammer, Rita Nicola

Nach der Geburt eines früh- oder risikogeborenen Kindes stehen Eltern plötzlich vor einer Aufgabe, die so nicht vorhersehbar war. Die Entlassung aus der Klinik wird herbeigesehnt und löst zugleich Unsicherheit und Besorgnis aus: Welche Herausforderungen wird der neue Alltag an sie stellen? Für diese Zeit der ersten Orientierung und der Bewältigung vielfältiger Anpassungsprozesse finden Eltern eine niedrigschwellige und den individuellen Bedürfnissen der Familie angepasste Beratung durch die Harlekin-Nachsorge, die im Tandem die fachliche Qualifikation von Kinderklinik und Frühförderung vereint.

D2 // Chronisch erkrankte und behinderte Kinder in den Frühen Hilfen – Erkenntnisse aus der empirischen Forschung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH)

Referentinnen: Ilona Renner, Juliane van Staa, Anna Neumann

Die Frühen Hilfen unterstützen Familien mit psychosozialen Belastungen.
Werden Eltern mit behinderten und chronisch kranken Kindern als Zielgruppe der Frühen Hilfen wahrgenommen und mit den Angeboten erreicht?

Die empirische Forschung des NZFH zeigt, dass Behinderung oder chronische Erkrankung des Kindes zu einer hohen psychosozialen Belastung der Familie und einem Bedarf an Frühen Hilfen beitragen kann. Spezifische Bedürfnisse dieser besonderen Zielgruppe müssen in der Praxis Früher Hilfen jedoch sorgfältig erhoben und Unterstützungsangebote darauf zugeschnitten werden.

D3 // Znüni: Die Ritualisierung des kindlichen Alltags als Übergangsmethode für Kinder und Familien mit und ohne Migrationshintergrund

Referentinnen: Anja Blechschmidt, Leticia Venâncio

Der Eintritt in den Kindergarten bedeutet besonders für Kinder und Familien mit Migrationshintergrund einen Übergang in eine neue kulturelle Komplexität. Der Übergang von familiären Systemen in eine neue Institution ist für alle Beteiligten herausfordernd und verlangt fördernde Methoden, die zu einer aktiven Teilnahme von Kindern und ihrer Familien führen.

In diesem Workshop werden wir die Möglichkeiten sprachförderlicher Rituale als Übergang in die Kindergartengruppe zuerst kurz gemeinsam wissenschaftlich analysieren und im Anschluss praxisorientiert kreativ erkunden.

D4 // Kooperation KiTa & Frühförderung – Gemeinsame Stärkung sozialer und emotionaler Kompetenzen von Kindern für Transitionsprozesse

Referentin: Kristina Westerich

Im Mittelpunkt steht das aktuelle Thema der Schnittstelle KiTa & Frühförderung sowie der mögliche Einfluss einer intensivierten Kooperation auf die soziale & emotionale Entwicklung.

Anlehnend an ein bereits erarbeitetes Konzept diskutieren wir die
Fragestellungen:

  • Welche Herausforderungen & Ressourcen bestehen fachlich & strukturell?
  •  An welchen Stellen muss die Kooperation erweitert werden, um einen Erfolg für die Kinder, deren Familien & für die pädagogischen Fachkräfte zu erzielen?
  • Inwiefern kann eine Stärkung der Kooperation zur Verbesserung von Transitionsprozessen beitragen?

D5 // Übergänge in sozialen Systemen: Ein systemtheoretischer Blick auf die Gestaltung von Kooperations- und Netzwerkstrukturen in der Frühförderung

Referent/Innen: Thorsten Bührmann, Liane Simon

In diesem Workshop wird ein systemtheoretisches Rahmenmodell zur Reflexion, Steuerung und Einschätzung von Entwicklungsprozessen im Rahmen von interinstitutionellen Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen vorgestellt, welches aus dem wissenschaftlichen Begleitprozess eines Kinderbildungshauses resultiert.

Die Übertragung dieses Modells auf die Praxis und konzeptionelle Ausrichtung der Frühförderung sollen erarbeitet sowie ggf. Erweiterungen vorgenommen werden. Hierfür werden eigene Praxisbeispiele der Teilnehmenden anhand des Modells analysiert, diskutiert und reflektiert.

D6 // Interdisziplinäre Förderplanung im Bereich Kommunikation – Möglichkeiten und Grenzen des MUK-Projektes

Referentin: Carolin Garbe, Mareike Roll

Die Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation ist Ansprechpartner für Familien, um den UK-Bedarf eines Kindes und ggf. die Versorgung mit Kommunikationshilfen zu klären. Dabei werden viele Bezugspersonen in die Beratung eingebunden. Frühförderer übernehmen eine wichtige Rolle, weil sie Methoden der UK kontinuierlich umsetzen wollen und sollen.

Mit dem Forschungsprojekt MUK erprobt das FBZ UK in Kooperation mit der AOK Rhl./HH eine erweitere Begleitung der Kinder mit UK-Bedarf. Dadurch kann eine interdisziplinäre Förderplanung mit Frühförderstellen im Bereich Kommunikation entstehen.

D7 // Übergangen oder genutzt? Potentiale interdisziplinärer Kooperation an den Schnittstellen von sprachlicher Bildung, Sprachförderung und Sprachtherapie sowie im Schulübergang

Referenten: Stephan Sallat, Markus Spreer

Im Bereich Sprache und Kommunikation sind eine Vielzahl an früh-, heil-, sonder-, schulpädagogischen sowie medizinisch-therapeutischen Fachkräften eingebunden.

Sie verantworten unterschiedliche Angebote der primären, sekundären und tertiären Prävention. Gleichzeitig bedeuten diese Angebote und Hilfen vielfältige System- und Finanzierungsgrenzen und damit Herausforderungen im Übergang.
Im Vortrag werden Möglichkeiten der interdisziplinären Kooperation vorgestellt und systematisiert. Zudem werden ihre Potentiale und Herausforderungen durch Ausschnitte aus Expert*inneninterviews illustriert.

D8 // Wohin mit der Sorge um mein Kind?! Wirksame Behandlungsketten bei Säuglingen/Kleinkindern unter dem Druck psychischer Belastungen von Eltern

Referentinnen: Gabriele Koch, Katharina Richter

Erste Ergebnisse aus SKKIPPI Interviewstudien der IPU Berlin zeigen aus Betroffenen- und Expertensicht, wie sich das Zusammentreffen von Entwicklungsauffälligkeiten eines Kindes und psychischen Symptomen der Eltern (z.B. Depression, Ängste, Zwänge) auf Hilfesuche, Inanspruchnahme sowie Gestaltung von Übergängen zwischen Hilfeformen auswirkt. Was brauchen Eltern, die unter hohem psychischen Druck stehen und aufgrund von Ängsten, Selbstvorwürfen, Scham oder Erschöpfung Schwierigkeiten haben, eine notwendige entwicklungsbegleitende, ggf. multidisziplinäre Hilfe für Ihr Kind zu organisieren? (SKKIPPI Studie: www.skkippi.de)

D9 // Den Übergang von KiTa zur Schule begleiten: Erfassung schulnaher Lernkompetenzen und mehrperspektivische Förderplanung im Jahr vor der Einschulung

Referentin: Elke Winkelmann 

Frühförderkräfte haben die Chance nutzen den Prozess des Übergangs zu begleiten und zu moderieren. Hierzu wird das aus der Praxis entwickelte Verfahren „FiPS-V- Fähigkeiten im Puzzle-Spiel erfassen- Vorläufer“ vorgestellt:

  • Übergangsforschung und Schulbereitschaft (kurz)
  • Spielerische/handlungsorientierte Überprüfung mit Puzzle, Lupe und mehr
  • Qualitative Auswertung (z.B. Stärke-Schwäche- Profil)
  • Förderplanung/Gestaltung Runder Tische

D10 // Aktuelle Herausforderungen institutioneller Betreuung im Kleinkind- und Vorschulalter: Möglichkeiten der Arbeit am Tonfeld®, Einzelarbeit in den Kita-Alltag zu integrieren

Referentin: Katharina Kramer

Die auf der Haptik basierende Begleitung von Kindern mit der Arbeit am Tonfeld® (AaT) ist durch ihr pädagogisch-therapeutisches Setting geeignet, an Übergängen innerhalb der Kita und zu Hilfesystemen gewinnbringend eingesetzt zu werden (Eingewöhnung, Schulreife, Entwicklungsverzögerungen, Krisensituationen).

Inhaltlich meint die AaT, dass wir Menschen uns in einem ausgleichenden Prozessgeschehen fortlaufend in Übergängen entwickeln. Mithilfe der AaT können wir Kinder sowohl in ihrer leiblichen als auch in ihrer emotional-vitalen sowie in ihrer mental-sozialen Entwicklung durch gezielte Ansprache des haptischen Sinns fördern.

D11 // MuTig (Multiprofessinell Transition gestalten)

Referentinnen: Simone Keßel, Charlotte Hanisch

Ein Forschungsprojekt der Universität zu Köln und des Interdisziplinären Frühförderzentrum Köln zur Gestaltung des Übergangs in die inklusive Grundschule für Kinder mit Förderbedarf im Bereich sozialemotionale Entwicklung.

Das Projekt erfolgt in Zusammenarbeit zwischen der Universität zu Köln und dem Interdisziplinären Frühförderzentrum Köln. Ziel ist die Entwicklung, Evaluierung und Verbreitung eines Angebotsformats, das Kinder mit Frühförderbedarf beim Übergang in die Schule ohne strukturelle Umbrüche begleitet. Das Angebot setzt sich aus Ist-Stand, erhobenen Unterstützungsbedarfen und evidenzbasierten Maßnahmen zusammen. Zentraler Aspekt des hypothetischen Wirkmodells bildet das Konstrukt von Schulbereitschaft, die unter verstärktem Einbezug umfeldzentrierter Maßnahmen gefördert werden soll.

Die Erprobung des Angebotsformats erfolgt in Form eines randomisierten Kontrollgruppendesigns in acht Frühfördereinrichtungen und soll Empfehlungen für eine Übertragung auf die Frühförderung in Nordrhein-Westfalen ermöglichen.

12:30 – 12:45

Vorstellungsrunde der Referent/Innen

12:45 – 14:15

DISKUSSIONSFORUM “Das System Frühförderung im Übergang”

E1 // Literacy, Inklusion, Kommunikation (LINK) – Materialien und Ansätze für alltagsintegrierte Angebote in heterogenen Gruppen

Referentinnen: Stefanie K. Sachse, Sally Kröger, Melanie Willke

Im Vortrag werden Ideen und Strategien zur Umsetzung alltagsimmanenter Literacy-Angebote in heterogenen Kitagruppen vorgestellt. Diese Ideensammlung mit Hinweisen zur Umsetzung sind auch im LINK-Kalender zu finden – einem kostenlosen Download-Angebot, das ein Ergebnis des vom BMBF geförderten LINK-Projektes ist (Literacy, Inklusion, Kommunikation). Es werden auch Erfahrungen aus den Projekt-Gruppen und Hinweise zur Implementierung präsentiert.

Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Hinführung zu einer altersgerechten, interessensgeleiteten Literacy-Praxis gestaltet und somit auch der Übergang in die Schule unterstützt werden kann.

E2 // Volljährig, aber auch eigenständig? – die Komplexleistung Früherkennung und Frühförderung

Referent: Gerhard Krinninger

Einem Neugeborenen gleich kam sie, lag da und „lief“ nicht: Die Komplexleistung Früherkennung und Frühförderung wurde 2001 mit dem SGB IX als eigenständige Leistung aus der Taufe gehoben. Erst die Regelungen in der Frühförderungsverordnung von 2003 – vor 18 Jahren – verschafften ihr „Gehfähigkeiten“.

Zweifelsohne bestimm(t)en Definition, interdisziplinäre Umsetzung, Finanzierung und (Un-)Eigenständigkeit der Komplexleistung seither maßgeblich die Entwicklung des Systems Frühförderung. Der Vortrag zeigt den ´Werdegang´ der Komplexleistung auf, berichtet von Ergebnissen einer aktuellen Befragung der zuständigen Bundes- und Länderministerien, unternimmt Einschätzungen zur Eigenständigkeit der Komplexleistung und will offene Fragen diskutieren.

E3 // Frühförderung in der Kita: Mikrotransitionen als Lern- und Entwicklungschance Übergänge aus dem Gruppenalltag in Förderung und Therapie planen und gestalten

Referentinnen: Brigitte Degitz, Carmen Huck

Ob ein Kind in der Lage ist, sich emotional auf eine Förder- oder Therapieeinheit einzulassen, hängt davon ab, ob und wie es Übergangssituationen bewältigen kann. Bei diesen Mikrotransitionen (Gutknecht 2015) muss das Kind seine Aktivität im Gruppenraum unterbrechen, sich von den betreuenden Fachkräften verabschieden und den Raum wechseln.

Eine bewusste Gestaltung dieser Übergänge aus dem Kita-Alltag in die Förder- oder Therapie-Einheit unterstützt das Kind in seiner emotionalen Regulation und eröffnet Entwicklungschancen.
Im Workshop werden Methoden zur Gestaltung von Mikrotransitionen vorgestellt.

E4 // Elternkurse in der Frühförderung – mit Eltern eine gemeinsame Sprache finden

Referentin: Anke Buschmann

Eltern, deren Kinder in ihrer Entwicklung beeinträchtigt sind, benötigen eine gezielte und feinfühlige Unterstützung. Es ist wichtig, dass sie die Ursachen der Probleme ihres Kindes verstehen und nachvollziehen können, warum ihm z. B. der Spracherwerb so schwerfällt.

Hierfür sind systematische Maßnahmen zur Elternbildung (Psychoedukation) und -stärkung (Empowerment) in Kombination mit einer strukturierten Anleitung für eine gezielte Unterstützung der Kinder im familiären Alltag notwendig. Dies lässt sich besonders gut in Elternkursen mit 5 bis 10 Personen umsetzen, deren Kinder gleiche oder ähnliche Entwicklungsprobleme aufweisen. Denn die Eltern profitieren enorm vom Austausch untereinander und von der gegenseitigen sozialen Unterstützung.

E5 // IFF in der Kita – Chancen und Herausforderungen

Referent/Innen: Annika Hering, Sebastian Möller-Dreischer

IFF findet an verschiedenen Orten und in unterschiedlichen Organisationsformen statt, wobei Herausforderungen in der Kooperation der Fachleute und mit den Familien entstehen. Der Beitrag zeigt am Beispiel von Hamburg, wie IFF organisatorisch umgesetzt werden kann, wenn sie strukturell an Kita angebunden ist. Die Zahl der Kinder mit IFF in Kitas steigt, doch wie kann Familienorientierung dabei aussehen?

Dabei herausgearbeitete Sichtweisen von Eltern und Fachkräften verdeutlichen: die Synergien, IFF und Kita zu verbinden, können genutzt und starre Strukturen für die Familien flexibilisiert werden.

E6 // Emergent Literacy und Kinder mit komplexen Behinderungen. Modelle und Möglichkeiten

Referent/In: Stefanie K. Sachse, Tobias Bernasconi

Unsere Vorstellungen vom Schriftspracherwerb haben Auswirkungen darauf, welchen Kindern wir welche Angebote machen. Haben wir ein Stufenmodell im Kopf, bei dem bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen (z.B. phonologische Bewusstheit), bevor Angebote rund um Schrift ermöglicht werden?

Oder denken wir, dass sich die Fähigkeiten Sprechen, Zuhören, Lesen und Schreiben gleichzeitig entwickeln? Diesem Gedanken liegt das Emergent Literacy Modell zugrunde. Im Vortrag geht es um die Modelle in unseren Köpfen und um Angebote rund um Schrift im Kitaalltag – auch für Kinder mit komplexen Behinderungen.

E7 // Partizipatives Forschungsprojekt MuTig: Multiprofessionell den Übergang von der Kita in die Schule gestalten

Referentinnen: Dr. Edeltraud Hammes-Schmitz, Christa Grüber-Stankowski, Charlotte Hanisch

Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist für jedes Kind ein wichtiger Meilenstein. Für Kinder mit Entwicklungsschwierigkeiten stellt der Übergang dabei eine besondere Herausforderung dar, da sie einem erhöhten Risiko für schulische Misserfolge und damit einhergehenden Lern- und Verhaltensstörungen ausgesetzt sind.

Zudem endet mit dem Schuleintritt die Unterstützung durch die Frühförderung und wichtige Informationen gehen verloren, weil ein Austausch zwischen Beteiligten und Institutionen häufig nicht gewährleistet ist. Während es seit mehr als 10 Jahren Bestrebungen hin zu einer Zusammenarbeit zwischen Kita und Schule gibt, um den Übergang aus dem Elementar- in den Primarbereich so zu gestalten, dass es dem Kind möglich ist, den Übergang erfolgreich zu bewältigen, war Frühförderung an diesem Prozess bisher so gut wie nicht beteiligt. Die Aufgaben der Frühförderung sind jetzt aber neu festgehalten im SGB IX, Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Im BTHG wird zum ersten Mal der Aspekt der Bildung als Aufgabe auch der Frühförderung benannt (Teil 1, Kapitel 12: Leistungen zur Teilhabe an Bildung, §75 u. 79). Großer Stellenwert wird insbesondere der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen den Institutionen beigemessen.

Im Hinblick auf die Gestaltung des Übergangs von der Kita in die Schule wird herauszuarbeiten sein, wie und wo Frühförderung sich als Teil der Bildungsentwicklung des Kindes sieht, welchem speziellem Auftrag sie nachgehen und wie sie sich vernetzen will, um der gemeinsamen Verantwortung für den Übergang nachkommen zu können.

Im vorliegenden Forschungsprojekt entwickeln Uni und Praxis im partizipativen Austausch ein einheitliches Diagnostikscreening (GRID-Modell) und Angebotsformat, damit sich Eltern mit ihren Kindern, die bis zum 6. Lebensjahr durch Frühförderung unterstützt werden, beim Übergang von der Kita in die Schule verlässlich begleitet sehen und Kinder ihre Potenziale ohne strukturelle Brüche weiter entfalten können. Die Erprobung des Angebotsformats in vier Frühfördereinrichtungen sowie mit den entsprechenden Kitas und Grundschulen ermöglicht Empfehlungen für eine Übertragung auf die Frühförderung in Nordrhein-Westfalen.

In unserem Workshop werden wir das Forschungsprojekt mit unserem Diagnostikscreening und Angebotsformat vorstellen und mit Ihnen über Praktikabilität und Passgenauigkeit für die Praxis diskutieren.

E8 // Das System Frühförderung am Übergang in die digitale Welt?!

Referentin: Katja Rittel

Der Workshop greift die Frage nach dem Übergang des Systems Frühförderung in die digitale Welt auf. Ist es sinnvoll und nützlich Onlineangebote in den Frühförderalltag zu integrieren? Was für Vor- bzw Nachteile bringt diese Arbeitsform mit sich.

Es werden Erfahrungen ausgetauscht und technische Lösungen besprochen. Außerdem können die Teilnehmenden eine Probefrühförderstunde erleben.

E9 // Inklusive Frühförderung

Referent: Armin Sohns 

Das System der Frühförderung befindet sich einer gravierenden Übergangsphase: die Implementierung neuer Rechtsgrundlagen, die Schaffung neuer Finanzierungsstrukturen und -zuständigkeiten in zahlreichen Regionen, sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse und eine Veränderung der Anforderungen durch die Klientel führen zwangsläufig zu einer Veränderung des Systems der Frühförderung.

In dem Redebeitrag findet eine grundsätzliche Bestandsaufnahme statt, wo die Frühförderung in Deutschland heute steht. Dabei werden verschiedene Spannungsfelder gegeneinander aufgerechnet, z.B.

  • der Anspruch an Inklusion vs. die Praxis, wonach erst die Störung beim Kind festzustellen (abzuwarten) ist, bevor eine Hilfe erfolgen kann,
  • der Anspruch an eine ganzheitliche Frühförderung vs. die Praxis, wonach eine „direkte Leistung“ ausschließlich auf eine isolierte Förderung des Kindes begrenzt wird,
  • der Anspruch an Familien- und Lebensweltorientierung vs. eine Praxis, in der ein Großteil (wahrscheinlich der größte Teil) der Frühförderung ambulant in den (für die Familie fremden) Räumen der Einrichtung oder in der Kita (i.d.R. ohne Beteiligung der Eltern) stattfindet.

Es wird eine Perspektive aufgezeigt, nach der die traditionellen Wurzeln der Frühförderung sie dafür prädestinieren, Antworten auf die künftigen fachlichen Anforderungen an soziale Hilfesysteme zu geben, die die Kompetenzen von Familie und Kind als sich gegenseitig bedingende Faktoren sehen. Dieses proaktive Konzept zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Vereinigung für interdisziplinäre Frühförderung. Es wurde ergänzt durch fachliche Weiterentwicklungen (z.B. Transdisziplinarität), fand Aufnahme in zahlreiche Rechtsgrundlagen und ist aktueller denn je. Entsprechend ist kritisch zu überprüfen, warum es der Frühförderung häufig nicht gelingt, die hierzu notwendigen Parameter und die Anerkennung durch andere Systeme für die entsprechenden Aufgabenfelder zu erreichen.

14:15 – 14:30

ABSCHLUSS Ergebnisse aus den ersten COVID-19 Studien

14:30

Verabschiedung