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Definition
Interdisziplinäre Frühförderung beschreibt ein komplexes System unterschiedlicher Leistungen für Kinder von ihrer Geburt bis zur Einschulung, die behindert oder von Behinderung bedroht sind, und schließt die Beratung der Eltern/Personensorgeberechtigten und sonstiger Bezugspersonen des Kindes ein.

Frühförderung als ganzheitliches und interdisziplinäres System umfasst Diagnostik, Förderung, Therapie und Beratung. Somit ist Frühförderung ein Oberbegriff für Angebote verschiedener Art, die fachübergreifend für das jeweilige Kind und seine Familie angeboten werden. Interdisziplinäre Frühförderstellen (IFF) und Sozialpädiatrische Zentren (SPZ) sind in besonderer Weise geeignete Leistungserbringer, da sie notwendige personelle, fachliche, räumliche und sachliche Anforderungen einschließlich eines interdisziplinären Konzeptes erfüllen. Die Kooperation verschiedener Fachdisziplinen innerhalb der Interdisziplinären Frühförderstellen und der Sozialpädiatrischen Zentren führt zu einer ganzheitlichen Betrachtungs- und Herangehensweise im Interesse der individuellen kindlichen Entwicklungsbedürfnisse und der Erfordernisse ihrer Familien. 

Frühe Hilfen 
Frühförderung wird gelegentlich mit dem Begriff „Frühe Hilfen“ verwechselt bzw. synonym verwendet. Was haben sie gemeinsam? Worin unterscheiden sie sich?

„Frühe Hilfen umfassen vielfältige sowohl allgemeine als auch spezifische, aufeinander bezogene und einander ergänzende Angebote und Maßnahmen. Grundlegend sind Angebote, die sich an alle (werdenden) Eltern mit ihren Kindern im Sinne der Gesundheitsförderung richten (universelle/primäre Prävention). Darüber hinaus wenden sich Frühe Hilfen insbesondere an Familien in Problemlagen (selektive/sekundäre Prävention). Frühe Hilfen tragen in der Arbeit mit den Familien dazu bei, dass Risiken für das Wohl und die Entwicklung des Kindes frühzeitig wahrgenommen und reduziert werden. Wenn die Hilfen nicht ausreichen, eine Gefährdung des Kindeswohls abzuwenden, sorgen Frühe Hilfen dafür, dass weitere Maßnahmen zum Schutz des Kindes getroffen werden.“ (Nationales Zentrum Frühe Hilfen, „Was sind Frühe Hilfen?“, www.fruehehilfen.de)

Somit ist das System der Frühförderung Bestandteil der Frühen Hilfen und für die dortigen unterschiedlichen Projekte und Netzwerke ein wichtiger Partner. Die Mitwirkung von Frühförderstellen in Netzwerken „Frühe Hilfen“ unterstützt ein abgestimmtes Arbeiten auf Basis eines Fachaustausches zwischen den unterschiedlichen Initiativen der Frühen Hilfen und des Leistungsspektrums der Frühförderstellen. Damit wird für Kinder mit Entwicklungsgefährdungen und -auffälligkeiten aus Familien in Problemlagen ein abgestimmtes Miteinander möglich. Durch eine gelungene Kooperation kommen Familien frühzeitiger in den Frühförderstellen an.